Bike-Leasing für KMU: In sechs Schritten zum Dienstrad-Angebot
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Wie führen kleine und mittelständische Unternehmen Bike-Leasing ein? Der Leitfaden zeigt in sechs Schritten Ablauf, Kosten und Steuerfragen für das Anbieten von Dienstradleasing in der eigenen Firma – inklusive weiterer Benefit-Ideen.
Das Wichtigste im Überblick.
Bike-Leasing im KMU läuft über die Entgeltumwandlung und ist für den Betrieb in vielen Fällen kostenneutral.
Eine Mindestanzahl an Rädern gibt es nicht: Der Einstieg funktioniert auch mit einem einzigen Dienstrad.
Für die Einführung genügen in der Regel ein Rahmenvertrag, eine Überlassungsvereinbarung und die Anbindung an die Lohnbuchhaltung.
Der geldwerte Vorteil wird seit 2020 nach der 0,25-Prozent-Regel versteuert.
Ein freiwilliger Arbeitgeberzuschuss ist Betriebsausgabe und verstärkt die Bindungswirkung deutlich.
Entscheidend ist die interne Kommunikation: Ein Benefit, den niemand kennt, entfaltet keine Wirkung.
Ein Handwerksbetrieb mit 28 Beschäftigten sucht seit sieben Monaten eine*n Servicetechniker*in. Die Stellenanzeige läuft, das Gehalt liegt im Rahmen, trotzdem bleiben die Bewerbungen aus. Im Gespräch mit einem Kandidaten fällt dann die entscheidende Frage: „Und was bieten Sie sonst noch?“ Genau an dieser Stelle beginnt für viele kleine und mittlere Unternehmen die Auseinandersetzung mit Zusatzleistungen – denn sowohl bei der Rekrutierung als bei der Mitarbeiterzufriedenheit spielen diese heute eine enorme Rolle.
Bike-Leasing steht dabei fast immer auf der Liste. Die gute Nachricht: Der Einstieg in das Dienstradleasing ist einfacher und günstiger, als die meisten Betriebe erwarten. In diesem Leitfaden zeigen wir deshalb, warum sich Bike-Leasing für KMU lohnt, wie Sie das Angebot in sechs Schritten einführen und welche Stolpersteine Sie vorher kennen sollten.


Warum Bike-Leasing für KMU zum Wettbewerbsfaktor wird.
Der Fachkräftemangel trifft kleinere Betriebe besonders hart, weil sie im Gehaltswettbewerb mit Konzernen selten mithalten können. Zusatzleistungen verschieben diesen Wettbewerb auf ein Feld, auf dem KMU durchaus punkten können. Laut einer Roland-Berger-Studie aus dem Jahr 2025 senken Unternehmen mit gezielten Benefits ihre Fluktuation um bis zu 40 Prozent. 21 Prozent der befragten HR-Verantwortlichen planten zudem, Fahrradleasing neu einzuführen – es zählt damit zu den am häufigsten geplanten neuen Angeboten.
Wie verbreitet das Modell inzwischen ist, zeigt ein Blick auf den Markt: Nach der jährlichen Erhebung von Deloitte und Zukunft Fahrrad waren 2025 rund 2,2 Millionen Diensträder in Deutschland unterwegs. Davon wurden 0,72 Millionen im selben Jahr neu geleast. Bemerkenswert ist vor allem die Nutzungsquote: Sie stieg von rund 8 Prozent der potenziellen Nutzer*innen im Jahr 2021 auf 11 Prozent im Jahr 2025. Das Angebot von Dienstradleasing liegt also im Trend – und ist damit ein klarer Wettbewerbsfaktor.
Wo Bike-Leasing in den Benefit-Mix passt.

Eines vorweg: Ein einzelner Benefit macht noch keine Arbeitgebermarke. Bike-Leasing wirkt am stärksten, wenn es mit ein bis zwei weiteren Leistungen kombiniert wird, die andere Bedürfnisse abdecken. Besonders gut funktionieren dabei Angebote, die steuerlich begünstigt sind, wenig Verwaltung erfordern und im Alltag spürbar ankommen. Eine ausführliche Übersicht finden Sie in unserem Beitrag zu kostengünstigen Mitarbeiterbenefits.
Benefit | Steuerliche Einordnung | Aufwand im Betrieb |
Dienstradleasing | Entgeltumwandlung, geldwerter Vorteil nach der 0,25-Prozent-Regel | gering, digitales Portal des Anbieters |
Sachbezug (Gutscheine) | bis 50 Euro pro Monat steuer- und sozialabgabenfrei | gering, Anbieterplattform sinnvoll |
Zuschuss zum Deutschlandticket | steuerfrei, wenn zusätzlich zum Arbeitslohn gewährt | gering, monatliche Abrechnung |
Betriebliche Gesundheitsförderung | bis 600 Euro pro Beschäftigtem und Jahr steuerfrei | mittel, Zertifizierung der Angebote beachten |
Weiterbildung | betrieblich veranlasst, in der Regel steuerfrei | mittel, Zeitbudget einplanen |
Flexible Arbeitszeit und Homeoffice | keine steuerliche Relevanz | gering, klare Regeln nötig |
Der 50-Euro-Sachbezug ist dabei der schnellste Einstieg, weil er sich monatlich anpassen lässt und keine langfristige Bindung erzeugt. Bike-Leasing wiederum wirkt stärker auf die Bindung, weil der Vertrag in der Regel über 36 Monate läuft und die Beschäftigten ihr Rad auch privat nutzen dürfen. Wer beides kombiniert, deckt zwei unterschiedliche Bedürfnisse ab: den kleinen Bonus im Monatsrhythmus und die größere Anschaffung, die sich sonst kaum jemand leisten würde. Weitere Anregungen liefert unser Überblick zu Maßnahmen der Mitarbeiterbindung.
Dienstradleasing einführen: Die sechs Schritte im Überblick.
Viele Betriebe schrecken vor dem vermeintlichen Verwaltungsaufwand zurück. In der Praxis lässt sich Bike-Leasing jedoch in wenigen Wochen einführen – vorausgesetzt, die Reihenfolge stimmt.
Bedarf im Team klären
Fragen Sie vor der Anbieterauswahl kurz in der Belegschaft nach – idealerweise mit drei bis vier Fragen in einer anonymen Umfrage. So erfahren Sie, ob überhaupt Interesse besteht, wie viele Personen teilnehmen würden und welche Radtypen gefragt sind – vom Citybike für den kurzen Arbeitsweg bis zum Lastenrad für Familien. Das schützt vor Fehleinschätzungen und liefert später gute Argumente für die interne Kommunikation.
Anbieter auswählen und Rahmenvertrag schließen
Achten Sie auf ein digitales Portal, ein großes Fachhandelsnetz, transparente Schutzpakete und einen erreichbaren Support. Für kleine Betriebe ist außerdem wichtig, dass keine Mindestanzahl an Rädern gefordert wird. Der Rahmenvertrag selbst ist meist in kurzer Zeit unterschrieben, die Einrichtung im Portal erfolgt kostenfrei.
Rahmenbedingungen festlegen
Hier entscheiden Sie die Fragen, die später am häufigsten gestellt werden: Wer darf teilnehmen? Wie viele Räder pro Person sind möglich? Gibt es eine Preisobergrenze? Und zahlen Sie einen Arbeitgeberzuschuss? Ein Zuschuss ist kein Muss, verstärkt die Bindungswirkung jedoch deutlich und macht das Angebot auch für Beschäftigte mit geringem Einkommen attraktiv.
Vertragsunterlagen und Lohnbuchhaltung vorbereiten
Für jede teilnehmende Person wird eine Überlassungsvereinbarung als Zusatz zum Arbeitsvertrag geschlossen. Parallel bindet die Lohnbuchhaltung die Entgeltumwandlung und den geldwerten Vorteil ein: Seit dem BMF-Schreiben vom 9. Januar 2020 gilt für Diensträder die 0,25-Prozent-Regel. Gute Anbieter stellen dafür Vorlagen und Abrechnungsdaten bereit, sodass Ihre Steuerberatung die Werte nur noch übernehmen muss.
Intern kommunizieren
Ein Benefit, den niemand kennt, wirkt nicht. Planen Sie deshalb eine kurze Info-Runde, eine E-Mail mit Rechenbeispiel sowie einen Aushang oder einen Intranet-Beitrag ein. Besonders hilfreich: ein konkretes Beispiel mit realistischem Bruttogehalt, das zeigt, wie viel netto tatsächlich vom Gehalt abgeht. Abstrakte Prozentangaben überzeugen weniger als eine nachvollziehbare Zahl.
Nutzung beobachten und nachsteuern
Nach sechs bis zwölf Monaten lohnt sich ein Blick auf die Teilnahmequote. Liegt sie deutlich unter dem Interesse aus der Umfrage, fehlt es meist an Information, nicht an Nachfrage. Dann helfen eine zweite Kommunikationsrunde, eine Sprechstunde mit dem Anbieter oder ein Zuschuss als zusätzlicher Anreiz.
Was kostet Bike-Leasing den Betrieb?
Gut zu wissen: In den meisten Fällen ist Dienstradleasing für Arbeitgeber*innen kostenneutral, weil die Leasingrate über die Entgeltumwandlung aus dem Bruttogehalt der Beschäftigten finanziert wird. Die Registrierung und Einrichtung im Portal sind bei Lease a Bike kostenfrei. Da das sozialversicherungspflichtige Bruttogehalt sinkt, reduzieren sich zudem die Lohnnebenkosten. Kosten entstehen erst dann, wenn Sie freiwillig einen Arbeitgeberzuschuss leisten – dieser gilt als Betriebsausgabe und ist steuerlich absetzbar.
Gerade in kleinen Betrieben ohne eigene HR-Abteilung entscheidet auch der Verwaltungsaufwand darüber, ob ein Benefit eingeführt wird. Lease a Bike bündelt Vertragsverwaltung, Bestellcodes und Abrechnungsdaten in einem digitalen Portal, sodass die Administration auch neben dem Tagesgeschäft machbar bleibt. Die Beschäftigten wählen ihr Rad dank freier Modellwahl aus dem gesamten Fachhandelssortiment – vom Citybike bis zum Lastenrad. Der Rundum-Schutz umfasst Diebstahl- und Schadenschutz sowie Budgets für Inspektion und Verschleiß – ergänzt um eine europaweite Mobilitätsgarantie mit 24/7-Pannenhilfe. Fällt die Lohnfortzahlung aus – etwa bei Elternzeit – greift der Ratenausfallschutz. Für Betriebe, die zunächst klein starten möchten, ist auch ein einzelnes Dienstrad für Arbeitgeber möglich.

Typische Stolpersteine – und wie Sie sie vermeiden.
Damit der Start reibungslos läuft, sollten Sie einige Punkte im Blick behalten:
Teilnahmeberechtigung klar regeln: Legen Sie schriftlich fest, wer teilnehmen darf, etwa nach bestandener Probezeit. Für geringfügig Beschäftigte fällt der Steuervorteil geringer aus.
Mindestlohn beachten: Die Entgeltumwandlung darf das Bruttogehalt nicht unter den gesetzlichen Mindestlohn drücken. Prüfen Sie dies vor der Freigabe jeder Bestellung.
Vorzeitiges Vertragsende einplanen: Bei Kündigung oder Jobwechsel muss geklärt werden, ob das Rad übernommen, zurückgegeben oder der Vertrag übertragen wird. Eine Regelung in der Überlassungsvereinbarung erspart Diskussionen.
Fairness gegenüber Nicht-Radfahrenden: Nicht alle Beschäftigten wollen ein Dienstrad. Ein zweiter Benefit, etwa der Sachbezug oder ein Ticketzuschuss, verhindert das Gefühl der Bevorzugung.
Erwartungen an die Ersparnis richtig setzen: Bis zu 40 Prozent Vorteil gegenüber dem Kauf sind möglich, hängen aber von Steuerklasse, Einkommen und Radpreis ab. Kommunizieren Sie mit einer Spanne statt mit einer Maximalzahl.
Zurück zum Handwerksbetrieb aus dem Einstieg: Auf die Frage „Und was bieten Sie sonst noch?“ lässt sich mit einem Dienstrad und einem monatlichen Sachbezug antworten – zwei Leistungen, die zusammen weniger kosten als eine dauerhafte Gehaltserhöhung, im Alltag aber deutlich sichtbarer sind. Genau darin liegt die Stärke von Bike-Leasing im KMU: Es wirkt nicht über die Höhe des Budgets, sondern über die Passgenauigkeit. Wer klein startet, sauber kommuniziert und nach einem halben Jahr nachjustiert, hat die wichtigsten Schritte bereits hinter sich.
Bike-Leasing für KMU: Häufig gestellte Fragen und Antworten (FAQ)

Unsere Autorin
Antje Thomas
Antje Thomas ist als Marketing Managerin seit 2023 bei Lease a Bike tätig und unterstützt mit ihrer langjährigen Expertise unter anderem bei der Content-Erstellung. Ihr Traum-Dienstrad, mit dem sie bereits die Straßen unsicher macht: ein Riese & Müller Culture Mixte vario.
